Ressourcenbeanspruchung und Bewachung bei Katzen

By | 2. Oktober 2015

alles meins

Ressourcenbeanspruchung, das machen doch nur Hunde! Oder?

Nein, auch Katzen beanspruchen bestimmte Ressourcen für sich. Dadurch kann es zu Spannungen im Mehrkatzenhaushalt kommen.

Was Ressourcen sind, wie beansprucht wird und was man als Besitzer tun kann. Könnt ihr hier nachlesen. 🙂

Was sind Ressourcen?

Ressourcen sind Dinge die eine Bedeutung/einen Wert für die Katze haben. Unter anderem können dazu Futter(platz), Wasser(platz), Schlafplätze, Kratzbäume, Katzentoiletten, Spielsachen verschiedene Einrichtungsgegenstände (z.B. Sofa, Bett, Schrank) die als Liegeplatz oder Aussichtsplattform (Fensterplatz) genutzt werden und manchmal sogar ganze Zimmer oder Abschnitte der Wohnung (Schlafzimmer, Wohnzimmer wo die Menschen sich viel aufhalten) zählen.

Aber auch der Besitzer selbst kann beansprucht werden, die Streicheleinheiten oder Spieleinheiten oder Fellpflege können von einer Katze beansprucht oder bewacht werden. Spielt oder streichelt man z.B. eine Katze vertreibt die andere diese Katze um die Streichel- oder Spieleinheit für sich zu beanspruchen.

Wie wird beansprucht/bewacht?

Ein paar Beispiele wie die entsprechenden  Ressourcen bewacht/beansprucht werden. Ressourcenbeanspruchung/Bewachung kann  z.B. durch anpföteln der anderen Katze beim Fressen/Trinken, durch Anstarren, durch Weg abschneiden oder Zugang versperren (sich vor Eingänge in andere Zimmer legen oder den Weg abschneiden), oder auch durch Schlafplatzbeanspruchung (sich einfach dazulegen und beißen) also wenn eine andere Katze auf besagtem Schlafplatz liegt, geschehen.

Ich könnte die Liste unendlich fortführen. Fakt ist leider wir Besitzer sehen dies nur sehr selten oder erkennen das Verhalten nicht als Ressourcenbewachung oder Beanspruchung.

Was kann passieren?

Dies ist der Punkt warum ich diesen Artikel schreibe.

Ressourcenbeanspruchung kann zu Problemen führen. Es kann zu Spannungen und Mobbing im Mehrkatzenhaushalt oder zu Problemen bei einer Zusammenführung führen. Häufig sind Spannungen aufgrund von Ressourcenbeanspruchung der Auslöser für Unsauberkeit oder plötzlichen Streitereien zwischen den Katzen, die sich lange gut verstanden haben.

Was kann ich tun um Probleme zu vermeiden?

Ressourcenverknappung begünstigt Ressourcenverteidigung.

Entsprechend sollte man immer für eine ausreichende Anzahl an Ressourcen für ALLE Katzen im Haushalt sorgen. Es sollten genügend Futter und Wasserplätze zu Verfügung stehen, sowie ausreichend Toilettenplätze (ca. Anzahl der Katzen +1 an verschiedenen Plätzen). Es müssen mehr Schlafplätze zu Verfügung stehen als Katzen im Haus sind. Auch mehr als ein Kratzbaum, und mehrere Kratzstellen sind im Mehrkatzenhaushalt sinnvoll. Ich habe schon erlebt dass eine Katze den ganzen Kratzbaum für sich beansprucht hat.

Weiter kann man Catwalks an die Wände anbringen. So schafft man mehr Raum und Klettermöglichkeiten , welche die Katzen nutzen können um sich auch mal zurückzuziehen. Hier solltet ihr aber bitte darauf achten dass die Katze immer eine Fluchtmöglichkeit hat und nicht in eine Ecke gedrängt werden kann!

Man sollte auch immer ausreichend Streicheleinheiten und aktive Spieleinheiten (z.B. Spielangel, Futtersuchspiele, Clickern) mit allen Katzen haben (in der Regel MINDESTENS 2x 15 min am Tag.), diese sind meist „sehr kostbar“. Eine körperliche und geistige Auslastung stärkt das Mensch – Katze Verhältnis und sorgen auch für mehr Entspannung im Katzenverband.

 

 

5 thoughts on “Ressourcenbeanspruchung und Bewachung bei Katzen

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  3. Tatjana

    Sehr schöner Artikel! Häufig ist Katzeneltern nicht klar, dass sich bei Katzen alles um die Revierfrage dreht, nicht etwa um Rangordnung oder Ähnliches. Durch Revieroptimierung (sowohl räumlich als auch ressourcen-technisch) kann man sehr viel Spannung aus Katzengemeinschaften nehmen oder besser noch solche gar nicht erst aufkommen lassen. Super!

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  4. Schreier, Petra

    Unsere Katze vertreibt unseren Kater ständig. Ursprünglich waren es zwei Kater. Einer kastriert und der andere nicht. Der kastrierte kam nicht mehr wieder, von ihr vertrieben. Der andere Kerl will nach Hause und sie läßt ihn nicht. Er kommt Nacht für Nacht zum fressen und haut gleich darauf wieder ab ins Freie, da er weiß sie läßt ihn nicht in Ruhe.
    Es sind Geschwister, zusammen aufgewachsen. Sie wurde trächtig und bekam vier Babys. Da war noch alles in Ordnung. Einen Monat nach der Geburt, kam es dann soweit, daß die Jungs draußen blieben.
    Unterdessen, wenn er kommt, sperre ich sie ein, damit er in Ruhe fressen kann. Ist er satt, verschwindet er wieder in die Dunkelheit.
    Es ist sehr traurig mit anzusehen wie der arme Kerl leidet.

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