Ein guter Kratzbaum hält ein Katzenleben lang

By | 3. Juli 2016

Kratzbaum regeln

Vor über einem Jahr habe ich die erste Grafik zu diesem Thema auf Facebook veröffentlicht. Nun war es auch mal an der Zeit diesem Thema einen ganzen Beitrag zu widmen.

Ein guter Kratzbaum hält ein Katzenleben lang.

Leider können das die meisten handelsüblichen Kratzbäume nicht gewährleisten.

Im Handel sieht man oft viel zu kleine, instabile Kratzbäume die mit Sisal umwickelte Papprollen als Kratzstämme haben. Bei diesen Kratzbäumen brechen früher oder später die Stämme (mit Katzen drauf) oder sie kippen immer wieder um und können so von der Katze gar nicht richtig genutzt werden.

Oft sind die Plüschumrandungen dieser Kratzbäume mit Tackernadeln befestigt. Diese lösen sich dann beim Kratzen wie man an diesem Beispiel ganz gut erkennen kann.

kratzbaumtakkernadeln

Vielen Dank Mandy für das Bereitstellen der Bilder.

Wenn wir Halter dies nicht gleich erkennen, kann es zu schweren Verletzungen kommen! Lose Tackernadeln können sich in die Katzenpfote bohren oder im schlimmsten Fall sogar verschluckt werden.

Das alles ist aber durchaus vermeidbar, wenn man sich an ein paar Regeln hält und auf Qualität achtet.

Warum überhaupt ein Kratzbaum?

Der Kratzbaum wird von der Katze vielseitig genutzt.  Sie nutzt ihn zum Spielen, Schlafen und Ausschau halten. Deswegen sollte er an einem zentralen Punkten im “Revier“ aufgestellt werden.

Sie nutzt den Baum aber auch zum Kratzen.

Das Kratzen an bestimmten Stellen ist ein Kommunikationsverhalten der Katze. An den Pfoten der Katze befinden sich Drüsen aus denen Pheromone austreten. Diese Pheromone werden beim Kratzen zusammen mit Kratzspuren an den Kratzstellen angebracht. Damit markiert die Katze ihr Revier, sie lässt so Eindringlinge wissen “Hier lebe ich!“.

Durch das Kratzen am Kratzbaum oder anderen Kratzmöglichkeiten in der Wohnung baut die Katze aber auch Stress ab und es werden Anspannungen gelöst. Das Kratzmarkieren kann in bestimmten Situationen auch eine Form der “Selbstdarstellung“ und sogar Spielverhalten oder Dominanz kann beim Kratzverhalten eine Rolle spielen.

Ein guter Kratzbaum ist somit zwingend notwendig und sollte in einer artgerecht eingerichteten Wohnung auf keinen Fall fehlen.

Ich würde allerding empfehlen neben dem Kratzbaum noch weitere Kratzmöglichkeiten anzubieten. Warum dies für die Katze von Vorteil ist und welche interessanten Kratzmöglichkeiten und alternative Materialien es gibt, habe ich in meinem Artikel “Destruktives Kratzverhalten bei Katzen“ bereits genannt.

Was gibt es bei der Anschaffung zu beachten?

Ein guter Kratzbaum..

  1. ..hat einen Stammdurchmesser von mindestens 12cm. Gerne aber auch mehr. Dicker Stämme ermöglichen es der Katzen besser daran hochzuklettern.
  2. ..hat eine stabile Standfläche und eine gute Wandbefestigung. Damit er auch bei wildem Toben und Dranspringen nicht umkippen kann.
  3. ..hat Liegeflächen, Höhlen und Mulden in angemessener Größe für die Katzen.
  4. ..hat abziehbare und waschbare Bezüge. Kleine Unfälle passieren schon mal, da ist es von Vorteil wenn die Mulden und Liegefläche abziehbar sind. Auch bei Parasitenbefall (Flöhe, Giardien) ist dies ein großer Vorteil.
  5. ..hat keine sichtbaren oder spürbaren Tackernadeln. Bitte den Kratzbaum gut abgreifen, denn in diesen Tackernadeln können sich die Krallen verfangen oder sie können beim Kratzen herausgezogen werden. Im schlimmsten Fall werden diese dann verschluckt oder bohren sich in die Pfote.
  6. ..hat kein Spielzeug an Bändern. Daran können Katzen mit den Krallen hängenbleiben und sich Gliedmaßen auskugeln. Bei längeren Bändern könnte es sogar zur Strangulation kommen.
  7. ..hat mindesten einen Stamm an dem sich die Katze richtig langstrecken kann.
  8. ..ist nicht die einzige Kratzmöglichkeit in der Wohnung!
  9.  ..hat Stämme die sehr stabil sind und nicht nur aus Pappe bestehen die mit Sisal umwickelt wurde.
  10. ..hat Stangen aus Holz oder dickerem Aluminium an denen Hängematten oder Liegemulden befestigt werden.

Der richtige Ort

Der Ort ist mindestens so wichtig wie der Kratzbaum selbst. Da das Kratzmarkieren ein Kommunikationsverhalten ist, nutzt der beste Kratzbaum der Katze nichts wenn er am falschen Ort steht.

Da die Katzen den Kratzbaum nicht NUR zum Kratzmarkieren nutzen, sondern auch zum Spielen, Schlafen und Ausschau halten sollte er an einem zentralen Punkt im “Revier“ aufgestellt werden.

Ein Kratzbaum der im Schlafzimmer steht ist oft wesentlich unattraktiver als ein Kratzbaum der an einer zentralen Stelle steht. Wo sich der sich Mensch und Katzen häufig aufhalten.

Das Wohnzimmer ist oft ein sehr zentraler Ort mit viel “Verkehr“. Hier sollte man den Kratzbaum aber möglichst auch nicht hinter dem Sofa oder in einer Ecke “verstecken“. Sondern ihn so aufstellen dass die Katze einen guten Überblick über den Raum hat und von allen gut gesehen werden kann beim Kratzen.

Es gibt auch Katzen die andere Präferenzen haben. Bitte achtet da genau auf die Bedürfnisse eurer Katzen.

Auch empfiehlt es sich zwischen Futter und Schlafstätte und an bzw. neben Fenstern oder Eingangstüren weitere Kratzmöglichkeiten anzubringen. Das können z.B. Kratzbretter, Kratzstämme oder horizontale Kratzmöbel sein.

Schließlich geht es beim Kratzmarkieren ja darum anderen etwas mitzuteilen.

Empfehlenswerte Kratzbäume/Kratzbaummanufakturen

 

*Ich nutze Partner-Links. (Was sind Partner-Links?)

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3 thoughts on “Ein guter Kratzbaum hält ein Katzenleben lang

  1. Katzenmami

    Der Durchmesser ist wirklich sehr entscheidend, ich hatte früher oft welche mit 8 und die waren sehr schnell wacklig und kaputt.

    Schöner informativer Beitrag.
    Lg Katzenmami

    Reply
  2. Pingback: Plötzlich Wohnungskatze - wenn Freigänger nicht mehr raus dürfen - Artgerechtes-Katzenleben.de

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