Futterumstellung – Probleme, Ursachen und Methoden

By | 11. September 2015

futter

Bei der Beratung verschiedener Katzenhalter trifft man öfter auf Katzen die sich nur sehr schwer umstellen lassen.

Sei es nun das eine Trockenfutter gefütterte Katze Nassfutter verweigert oder eine mit minderwertigem Nassfutter gefütterte Katze hochwertiges Futter und/oder Rohfleisch verweigert.

Manche Katzen verweigern oft konsequent das neue Futter und haben ihre Halter schon einiges an Nerven gekostet. Immer wieder hört oder liest man “Ich habe schon alles versucht, er will einfach nicht!“ und die Verzweiflung kann ich nachvollziehen.

Dennoch sollte man auf keinen Fall aufgeben und schon gar nicht zu früh.

Wichtig ist bei so schweren Fällen genau zu wissen warum die Katze sich so verhält und eventuelle Störfaktoren auszuschalten und mehr Struktur in die Fütterung zu bringen.

Ursachen und Probleme

für eine erschwerte Futterumstellung können unter anderem die folgenden Gründe sein:

  • Futterprägung

In der Prägungsphase werden die kleinen Kätzchen unter anderem auch auf Futter geprägt. Viele Züchter und Tierschutzvereine füttern aus diesem Grund immer mehrere Sorten Nassfutter und Fleisch.
Steht dagegen z.B. nur ein Trockenfutter oder eine bestimmte Sorte Nassfutter zu Verfügung. Wird die Katze im erwachsenen Alter auch eine Präferenz für Trockenfutter haben, oder eher dazu tendieren sich auf ein bestimmtes Nassfutter festzulegen.

Eine Futterprägung erschwert zwar eine Umstellung, macht sie aber nicht unmöglich. Wichtig ist dann die Bereitschaft zur Futterumstellung und die ausreichende Konsequenz vom Halter.

  • Probleme/Schmerzen in der Maulhöhle und Verdauungsprobleme

Wenn die Katze das neue Futter probiert, sich dann aber wieder auf ihr altes Futtermittel festgelegt hat und das neue Futter konsequent verweigert, kann das an Problemen in der Maulhöhle liegen. Daher solltet ihr ruhig mal in die Maulhöhle schauen und einen Tierarzt zu Rate ziehen. Ein geröteter Zahnfleischrand oder verfärbte Zähne können auf ein Problem hindeuten.

Auch können Verdauungsprobleme durch einen zu schnellen Wechsel ein sogenanntes Vermeidungslernen (auf den Geschmack des neuen Futters bezogen) auslösen.

Katze frisst bestimmtes Futter -> empfindet dabei Schmerzen im Maul/hat im Anschluss Verdauungsprobleme -> meidet dieses Futter in Zukunft

Dies kann den Umstellungsprozess verkomplizieren.

  • Ressourcenbeanspruchung/Bewachung dominanter Mitkatzen

Ressourcenbeanspruchung gibt es auch bei Katzen. Leider sind diese oft nicht zu erkennen da sie eher unterschwellig z.B. durch anstarren ablaufen. Aber auch offensichtliche Beanspruchung wie z.B. vor den Futterplatz legen, nach der anderen Katze “pföteln“ sobald sie sich nähert, gibt es immer wieder.

In solchen Fällen sollte man die Futterplätze trennen. Das vereinfacht die Umstellung und sorgt für ein angenehmeres “Klima“ bei der Fütterung.

  • Fehlende Konsequenz / antrainiertes Verhalten

Jedes Aufgeben des Menschen, bestärkt die Katze in ihrem Verhalten.

Wenn sie nun stundenlang miaut und du irgendwann nachgibst wird sie das nächste Mal noch lauter und länger miauen. Weil sie gelernt hat dass sie mit ihrem Verhalten Erfolg hat! Gleiches gilt für die Futterverweigerung. Irgendwann gibt der Mensch nach und die Katze lernt länger “durchzuhalten“.

katze lerntNatürlich sollte man eine Katze niemals auf einer 0 Diät hungern lassen. Aber meist fressen sie ja noch 20-30g von dem ungewohnten Futter oder den Leckerlies die man drüber gestreut hat. 😉

Wenn eine Katze mal während einer Futterumstellung 2-3 Tage wenig frisst ist es nicht schlimm.

Eine 0 Diät sollte allerding nie länger als 24-36h andauern. Hier wäre die Gefahr schwerer gesundheitlicher Folgen einfach zu groß.

  • Falsche Methode

Es gibt viele verschiedene Methoden und Geschwindigkeiten. Man sollte Geschwindigkeit und Methode immer genau auf die Katze abstimmen. Verweigert sie z.B. etwas mehr neues Futter in ihrem bekannten Futter, so kann man einfach wieder einen Schritt zurück gehen oder sie mit etwas mehr Konsequenz, sofern es nicht auf eine 0 Diät hinausläuft, dazu bringen es zu akzeptieren.

  • Unattraktiver Geruch/Geschmack des neuen Futters

Zumeist spielt auch die Nase bei der Futterumstellung eine sehr große Rolle. Katze riechen immerhin etwa 10-14x besser als wir Menschen. So erschnüffeln sie schnell untergemengte Bestandteile von neuem Futter oder sind unzufrieden weil das Nassfutter weniger stark duftet als das bisher gefütterte Trockenfutter. Abhilfe kann da das 5 Minuten Zauberpulver oder eine Schritt für Schritt Umstellung von Trockenfutter auf Nassfutter schaffen.

  • Die Katze ist nicht hungrig. Futter steht immer zu Verfügung oder ist ein Fremdfresser

Hat die Katze den ganzen Tag Futter zu Verfügung ist sie selten wirklich hungrig und wird auch nicht auf das neue Futter zugreifen. Sie hat ja genügend andere Optionen. Deswegen sollte man immer feste Fütterungszeiten einführen.

Besonders bei Freigängern hat man aber auch das Problem das sie von den netten Nachbarn noch zusätzlich gefüttert werden und so immer dicker oder immer kränker werden (z.B. Futtermittelallergie).

Abhilfe schaffen kann da ein Flugzettel den man in der Nachbarschaft aushängt oder ein Gespräch mit den Nachbarn.

Methoden zur Umstellung

Es gibt so viele Methoden wie es Katzen gibt. Die meiner Meinung nach erfolgreichsten und sinnvollsten sind die Schritt für Schritt und die Verwässerungs-Methoden. Dabei kann man die Geschwindigkeit individuell an die Katze anpassen.

  • Abrupte Futterumstellung

Wenn man eine Katze die bereits Trocken- und Nassfutter frisst nur auf Nassfutter umstellen will kann man diese Methode meist problemlos anwenden. Man nimmt einfach das Trockenfutter weg und füttert nur noch Nassfutter.

Problematischer ist diese Methode, wenn man eine Katze die nur eine Sorte Futter frisst (sei das nun Trockenfutter oder minderwertiges Nassfutter), auf ein hochwertiges Nassfutter bzw. Rohfutter umstellen will. Denn da kann es entweder zur Komplett-Verweigerung kommen oder zu Verdauungsproblemen, weil der Verdauungsapparat nicht an die neue Nahrung angepasst ist.

Ich würde diese Methode nur bei Katzen anwenden die bereits beide Nahrungsmittel gewohnt sind. Aber natürlich gibt es da auch Ausnahmen.

  • Schritt für Schritt Methoden/Neues Futter einschleichen

Hier geht man sehr langsam vor und rührt das neue Futter unter das bekannte Futter. So gewöhnt sich die Katze langsam an den Geruch, den Geschmack und die Konsistenz des neuen Futters.

Beispiel: Von Trockenfutter auf Nassfutter umstellen.

  • Verwässern/Altes Futter unattraktiv machen

Wie beim Beispiel: Von Trockenfutter auf Nassfutter umstellen, kann man ähnlich auch bei Nassfutter vorgehen.

Man verwässert löffelchenweise das gewohnte Futter und bietet dann immer wieder etwas neues Futter an (eventuell mit Zauberpulver).

Da dieses nun geruchsintensiver ist als das alte Futter, ist es für die Katze oft attraktiver.

Eine genaue Anleitung ist bereits in Arbeit. 😉

Tipps und Tricks

die eine Futterumstellung für Mensch und Katze einfacher machen:

  • Nassfutter in kleinen Portionen einfrieren damit nicht zu viel im Müll landet. (z.B. Eiswürfelform)
  • Trockenfutter-/Leckerliebrösel über das neue Futter geben (5 Minuten Zauberpulver)
  • Altes Futter “verwässern“.
  • Neues Futter leicht anwärmen.
  • Neues Futter mit selbstgemachter Sauce attraktiver machen.
  • Nur füttern wenn die Katze wirklich hungrig ist und das Futter nach 1 Stunde wieder beiseite stellen bis zur nächsten Fütterung.
  • Feste Fütterungszeiten und die Katze am besten schon VOR der Umstellung an die festen Zeiten gewöhnen. Das kann den ganzen Prozess selbst bei schweren Fällen vereinfachen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.