Die Auswahl des richtigen Futter

By | 20. Dezember 2014

fleisch

Einen Fakt den man bei den hitzigen Futterdiskusionen nun mal nicht wegdiskutieren kann ist dass Katzen Fleischfresser sind.

Sie sind körperlich voll auf das Verwerten von Fleisch ausgelegt und können pflanzliche Bestandteile kaum verwerten. Leider berücksichtigen viele Menschen das nicht und lassen sich nur zu gerne von der Werbung blenden. Dort werden schöne und zufriedene Katzen gezeigt deren Halter sie mit „Liebe“ füttern.

Aber würde in dem Fall die Liebe wirklich durch den Magen gehen, hätten diese Katzen ein anderes Futter im Napf!

Was ist in der Dose?

Die Standard Zusammensetzung eines Supermarktfutters sieht in etwa so aus:

Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (u.a. 4% Ente), pflanzliche Eiweissextrakte, Mineralstoffe.

Auf den ersten Blick, für den Laien, gar nicht sooo schlimm oder?

Aber was das im Einzelnen bedeuten kann habe ich mal hier ausgelistet:

  • pflanzliche Nebenerzeugnisse: Erdnussschalen, Abfälle aller Art aus der industriellen Verarbeitung von Gemüse und Nudeln, Trester aus der Saftherstellung und vor allem Soja oder Reis, das ist nämlich schön billig.
  • Fleisch und tierischen Nebenerzeugnissen: zerkleinerte Knochen, Federn, Schnäbel, Wolle, Urin und Hufe und einiges mehr was beim Schlachten so in die Mülltonne wandert
  • Öle und Fette: Abfall aus der Lebensmittelindustrie z.B. altes Bratfrett oder Fritierfett. Hochwertiges Fett wird ist auf den Dosen angegeben, z.B. Hühnerfett, Geflügelfett
  • Pflanzliche Eiweißextrakte: Wird als „Füllstoff“ genutzt und ist ein minderwertiges und billiges Eiweiß. Meist Soja.
  • Aromen: Geruchs und Geschmacksstoffe
  • Getreide: Roggen-, Gerste-, Hafer-, Weizen-, Mais-, Soja-, Reisabfälle…

Hier hört man dann oft das Argument „In der Natur frisst die Katze auch ganze Mäuse“.

Richtig, das Verhältnis der der einzelnen Bestandteile ist jedoch bei einer Maus ganz anders und die Qualität des Fleisches ist bei einer Maus auch viel höher. Bei der Tierfutterherstellung werden nämlich leider auch Tierkadaver die nicht ganz frisch sind verarbeitet.

Nicht besonders appetitlich oder? Auch ganz und gar nicht gesund, aber leider ist es genau so erlaubt und wird auch praktiziert.

Ohne spezielle Zusätze würde eine normale Katze das Futter gar nicht anrühren. Da kommt dann Hefe, Zucker, pflanzliche Nebenerzeugnisse, die Abfallfette aus der Lebensmittelindustrie und andere Geruchs und Geschmacksstoffe (Aromen) ins Spiel. Diese überdecken den schlechten Geschmack und regen den Hunger ordentlich an. So denkt Frauchen/Herrchen natürlich das es ein besonders gutes Futter ist weil die Katze so verrückt danach ist.

Weit gefehlt! Diese ganzen Abfallprodukte lösen Allergien aus, belasten den Organismus, schädigen die Nieren und fördern die Bildung von Harnsteinen.

Wenn ihr sicher gehen wollt dass eure Katze kein Müll frisst dann solltet ihr vor allem auf eine offene Deklaration achten.

Eine gute Deklaration sieht z.B. so aus:

70% Kalb (bestehend aus ca. 50% Herz & Muskelfleisch, davon ca. 2/3 Fleisch und 1/3 Herz; ca. 50% Innereien, davon je ca. 1/3 Leber, Lunge, Nieren), 27,45% Trinkwasser, 1% Aprikosen,1% Ananas, 0,15% Taurin, 0,15% Leinöl, 0,15% Meersalz, 0,1% Seealge.

Hier weiß man genau was die Katze zu fressen bekommt. 🙂 Könnt ihr den Unterschied erkennen?

Wie unterscheide ich nun gutes von schlechtem Futter?

Pauschal kann man wirklich sagen, im örlichen Supermarkt gibt es kein gutes Futter. Gutes Futter gibt es im Zoofachhandel oder online sogar günstiger.

Merkmale für gutes Futter:

  • Der Fleisch und Innereien Anteil sollte mindestens 65% betragen.
  • Reis & Gemüseanteil sollte insgesamt weniger als 10% betragen (Einzel Anteil unter 5%).
  • Kein Zucker! Aber aufpassen, Zucker wird oft getarnt z.B. als: Karamell, Rübentrockenschnitzel, Apfeltrester, Melasse, Dextrose, Farin, Fructose, Glukose, Invertzucker, Inulin, Maltose oder Saccharose.
  • Keine Farb-, Konservierungs und Aromastoffe sind enthalten. Ebenso keine EG-Zusatzstoffe (E-Nummern).
  • Keine pflanzlichen Nebenerzeugnisse oder pflanzliche Eiweiße sind enthalten.
  • Die Dosen weisen eine offene Deklaration (Nebenerzeugnisse werden genauer angegeben) vor.
  • Der Tagesbedarf der Katze ist niedriger. Zum Beispiel schlechtes Futter 250-350g/Tag, gutes Futter 150g-250g/Tag.
  • Öle und Fette werden genau genannt (z.B. Hühnerfett) oder als tierische Fette angegeben.

Kling erstmal alles ganz kompliziert, ist es aber nicht. 😉

Man findet recht schnell und einfach gute Futtersorten ich habe euch unten auch eine Liste verlinkt. 🙂

Aber ist Supermarktfutter nicht billiger?

Klares NEIN! Supermarktfutter ist sogar teurer als hochwertiges Futter.

Das lässt sich auch mit einer ganz einfachen Rechnung beweisen.

Nehmen wir z.B. Das Supermarktfutter Whiskas im Vergleich zum hochwertigen Mac’s Katzenfutter:

Whiskas Katzenfutter:

  • Zusammensetzung und Deklaration der Sorte Zarte Leckerbissen in Soße: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (u.a. 4% Huhn), Getreide, pflanzliche Nebenerzeugnisse
  • Tagesbedarf einer 4kg Katze : 300g
  • Preis je Kilogramm Futter: 2,50€
  • Kosten für 30 Tage bei einer 4kg Katze: 22,50€
  • Rechnung: 0,3kg x 30Tage = 9kg x 2,50€ = 22,50€

 Mac’s Katzenfutter:

  • Zusammensetzung und Deklaration der Sorte Rind: Fleisch (min. 70% Rind) und tierische Nebenerzeugnisse (Rinderherzen, Rinderlunge, Rinderpansen), Karotten (3%), Mineralstoffe (1%9, Distelöl (0,2%).      
  • Tagesbedarf einer 4kg Katze: 200g
  • Preis je Kilogramm Futter: 3,00€
  • Kosten für 30 Tage bei einer 4kg Katze: 18,00€
  • Rechnung: 0,2kg x 30Tage = 6kg x 3€ = 18,00€

Man muss immer den Bedarf der Katze mit in die Rechnung einbeziehen und darf sich nicht vom vermeindlich günstigen Dosen oder Kilopreis blenden lassen! Wie ihr bei dem Rechenbeispiel seht ist 1 Monat Macs 2,50€ billiger als 1 Monat Whiskas aber um ein vielfachen besser für die Katze!

Für den Anfang habe ich eine „kleine“ Liste mit Futtermarken erstellt die man ohne bedenken füttern kann. Die wird euch gerade den Anfang der Futterumstellung etwas erleichtern und bietet eine kleine Hilfe bei der Orientierung.

Ich hoffe ihr könnt nun klarer sehen und besser verstehen warum es wichtig ist auf die Zutatenliste zu achten. 🙂

7 thoughts on “Die Auswahl des richtigen Futter

  1. Katrin

    Hi,

    toller Artikel und gute Liste.

    Ich würde Dich gerne auf Reico Katzenfutter aufmerksam machen.

    Hier kannst Du Dir mal die Zusammensetzung ansehen und gerne kannst Du, wenn Du das Katzenfutter auch als gut begutachtet hast, dann kannst Du gerne den Link verwenden.

    Schöne Grüße
    Katrin

    Reply
    1. Nina

      Das Futter ist nicht vernünftig supplementiert, es fehlt Taurin, Magnesium, das Ca/P-Verhältnis ist viel zu hoch und es steht nicht bei wieviele Algen drin sind (und vor allem um was für Algen es sich handelt) – wenn sowohl Schlund als auch Meeresalgen verabeitet sind, ist viel zu viel Jod drin.
      Als Leckerli ok, aber auf Dauer evtl organschädigend.

      Reply
      1. Bina

        Hahaha!
        Das war dann wohl eine Schleichwerbung, die voll in die Hose ging 😉

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  2. Maria K

    Könnt ihr mir eure Meinung zu dem Futter von PetFit geben (www.petfit.at)?
    Ich habe das mal bestellt und die Katzen haben es voll geliebt, aber ich hätte gerne mehr Knowledge dazu bevor ich mehr bestelle..

    Reply
    1. andrea Post author

      PetFit ist recht gut 🙂 Du wirst ja dort auch von beraten kannst dir aber vorher anhand der Zuatatenliste und offenen deklaration selbst ein Bild machen.
      Ich finde es nicht schlecht 🙂 Habe es aber selbst noch nicht gefüttert

      Reply
  3. Pingback: Meine SHIT LIST in Sachen Nassfutter - Artgerechtes-Katzenleben.de

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